Aus der Schrottkiste des Lebens!

Leseprobe:

Schrottkiste -  Expose:

Es gibt wenige Mitmenschen, die das Glück eines langweiligen Lebens haben. Ein behütetes Leben, vom Säugling bis zum Greis. Nicht einmal eine Operationsnarbe können sie in der Sammelstelle der Toten aufweisen!

Ein popliger Nagelpilz konnte sie zu Lebzeiten total aus der Fassung bringen!

Müssen diese nach ihrem Ableben noch einmal auf diese Welt? Um voll in die Schrottkiste des Lebens greifen zu dürfen? Denn ich frage mich, gibt es Parallelen?

Es gibt auch Tiere, die ein langweiliges Leben auf Erden führen. Müssen auch diese zurück? Bekommen auch diese gleich zu ihrer Geburt die Arschkarte fürs Leben ins Maul?


Ach, Omi!

Nun war die Oma krank, das Herz der Kreislauf und Bandscheibenvorfälle hatte sie, nichts Beängstigendes, sie hatte mich im Büro angerufen und gebeten ihre Männer zu gießen und meinen Vati gleich mit! Gerne hatte ich zugesagt, denn unsere Omi ist eine ganz " Süße, Liebe". Man konnte ihr jedes Geheimnis anvertrauen, sie konnte keinem ein Haar krümmen. 

Ihre Augen sehen mich zärtlich an "Siehst du Kind", so geht das im Leben, wenn du zum Friedhof gehst, schau dir die Trauernden gut an. Bei manchen blitzt so etwas wie Triumph in den Augen und sie gehen gerne ihre Angehörigen gießen! Wenn du Kummer hast komm zu mir, dann fällt uns schon was ein.“

Morgen werde ich Omi von meinem Kummer mit Klaus erzählen, wir werden abwägen was lohnenswerter ist. Vielleicht ist er der Mühe nicht wert und ich lasse mich einfach von ihm scheiden!

Aber hier das Rezept für eine köstliche Pilzmahlzeit!


Das Mehrfamilienhaus!

Neun Uhr morgens, ich höre die Nachbarin über mir. Ja, die ist fleißig! Nicht wie ich, im Morgenmantel mit zerzaustem Haar vor dem Computer sitzend und der Aschenbecher läuft über. Ich öffne das Fernster um frische Luft ins Zimmer zu lassen und sehe, meine Gardine müsste auch mal wieder gewaschen werden. Ja, es ist schon im Argen bei mir.

Das Mikrotuch: Auch für unser Gesicht, das wusste ich nicht, ist das Mikrotuch ein Gedicht! Aber bekommen wir davon ein freundlicheres Gesicht? Ich glaube die Mimik ändert sich dadurch nicht.

Ach, gäbe es doch ein Mikrotuch für innerlich!


Aus der Geschichte: Haus der Vergangenheit.

Stunden später trafen Marion und ich uns zum gemeinsamen Geister vertreiben!

Marion gab mir eine Schale gefüllt mit, wie sie sagte geweihtem Wasser, dies sollte ich mit den Fingerspitzen gegen die Wände, die sie ausräucherte spritzen. Eine für mich etwas unheimliche Begegnung der Esoterik begann.

Nach dem Räuchern dieser Bodenseite kniete Marion, wie zuvor bei den schon ausgeräucherten Räumen nieder und murmelte geheimnisvolle Sprüche, die ich nicht verstand. Mir stand der Schweiß auf der Stirn. Es war sehr warm und schwül an diesem Tag. Ein Gewitter lag in der Luft und die Luft hier oben auf dem Boden erdrückte mich fast, dazu dieser Geruch des Ausräucherns. Ich wollte schnell hier oben fertig werden und an die frische Luft, den sanften betörenden Duft meiner Blumen im Garten einatmen.

Nun kamen wir endlich zur rechten Seite des Bodens, wo sich der Schrank befand. Marion räucherte, kniete nieder und murmelte wieder ihre Sprüche, ich verspritzte das Wasser, wir standen beide sehr nah an der ausgezogenen Treppe, als sich mit einem Mal die Schranktür öffnete und mit lautem Knall wieder schloss! Marion schrie vor Schreck, der Räuchertopf entglitt ihren Händen und fiel scheppernd die Bodentreppe hinunter und Marion die in Panik noch einen Schritt zurück tat, fiel ebenfalls die Treppe herab, ich stand wie erstarrt vor dem Schrank, nicht in der Lage auch nur einen Schritt zu tun.

Über mir grummelte der Himmel, das Gewitter entlud sich, Blitz und Donner wechselten sich in schneller Folge ab und ich flüchtete mich in die Garage. Dort wartete ich zusammengekauert in einem Gartenstuhl auf die Rückkehr der Männer. Alleine traute ich mich nicht mehr in dieses Haus. Nach zwei endlosen Stunden des Wartens, sah ich die Scheinwerfer unseres Autos, die Männer kamen ohne Marion wieder.

Mein Mann hielt das Geschehene für Zufall. Das alte Holz des Schrankes arbeitet, durch trockene und feuchte Luft wäre Holz ein lebender Werkstoff, der Durchzug im Haus, da wir beim Ausräuchern alle Türen offen stehen hatten. Er fand für alles eine logische Erklärung. Langsam beruhigten sich meine Nerven und auch im Haus war Ruhe eingekehrt, wir hatten die Geister besänftigt! 


Taschenbuch: 120 Seiten
Verlag: Engelsdorfer Verlag (Januar 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3867031983

ISBN-13: 978-3867031981

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